Grammetal

Das Programm AGATHE

In Thüringen leben mehr als 2 Millionen Menschen. Fast ein Drittel davon ist in Rente. Mehr als 214.000 Menschen über 63 Jahre leben alleine. Und in den nächsten Jahren werden es noch mehr. Dafür gibt es viele verschiedene Gründe: Die Verwandten sind nach der Wende weggezogen. Die Kinder haben wenig Zeit, weil sie an weit entfernte Arbeitsplätze pendeln. Die Partnerin oder der Partner ist schon verstorben.

Die Landesregierung möchte, dass alle Menschen gesund und selbstbestimmt alt werden können. Deshalb haben wir das Programm AGATHE entwickelt. AGATHE richtet sich an ältere Menschen, die in Rente sind und alleine in ihrem Haushalt leben. Sie können sich von Fachkräften beraten lassen und so von Angeboten erfahren, durch die sie am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Die Fachkräfte geben Tipps, wo es Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten gibt. So sollen sich ältere Menschen dank AGATHE weniger einsam fühlen und wieder ein Teil der Gemeinschaft werden. Alle AGATHE-Fachkräfte haben eine Ausbildung in Sozialpädagogik, Gesundheitspädagogik, im medizinischen Bereich oder in einem Pflegeberuf. Sie haben die nötigen Fähigkeiten und können ältere Menschen kompetent beraten und weitervermitteln.

Mit AGATHE wollen wir erreichen, dass die Menschen in der Gemeinschaft alt werden können. Dafür gibt es schon viele gute Strukturen in Thüringen, zum Beispiel ehrenamtliche Netzwerke, die Besuchsdienste oder auch das Quartiersmanagement. Auf diese Strukturen wollen wir aufbauen. Wir möchten Netzwerke und Möglichkeiten zur Zusammenarbeit schaffen oder erweitern.

Und so das Ziel von AGATHE erreichen: Ältere Menschen sollen nicht einsam sein, sondern am Leben in ihrer Umgebung so teilnehmen, wie sie es möchten!

Quelle: TMSGAF (https://www.agathe-thueringen.de/)

AGATHE-Beraterin in der Gemeinde Grammetal:

Claudia Nenninger

Telefon: 0160 959 406 35

E-Mail: c.nenninger@diakonie-wl.de

 

AGATHE – Gemeinsam gegen Einsamkeit

Ein Thüringer Projekt in den Landgemeinden Am Ettersberg und Grammetal

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

als älterer Mensch selbstbestimmt und würdevoll im eigenen Zuhause mittendrin in unserer Gesellschaft leben. Wer möchte das nicht? Die Realität sieht manchmal anders aus.

Immer mehr ältere Menschen leben allein. Wenn z. B. der langjährige Partner oder enge Freunde verstorben sind. Da ist auf einmal die Bezugsperson weg. Viele fühlen sich dann sehr einsam. Auch der Wegzug von Kindern, meistens der Arbeit wegen, kann zu fehlenden sozialen Kontakten und auch zu Einsamkeit führen. Eine bedeutende Markierung im Leben eines Menschen ist die Beendigung des Erwerbslebens. Jahrzehntelang wurde ihr Tag strukturiert. Die Arbeitskontakte und Aufgaben waren lange Zeit eine Form der sozialen Teilhabe. Und die Bestätigung: Ich werde gebraucht!

Auch gesundheitliche, körperliche und psychische Einschnitte verändern das Leben jedes Einzelnen. Es kann zu Einschränkungen in der Mobilität kommen. Und weniger soziale Kontakte erschweren die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben.

Neben der individuellen Mobilität auf Grund des Gesundheitszustandes, ist ein wesentlicher Aspekt die Mobilität auf der Straße. Wenn ich kein Auto fahre und den Öffentlichen Personen Nahverkehr nutze, werde ich im ländlichen Raum, mal mehr mal weniger, vor Herausforderungen gestellt. D. h. die Hürde ist dann so groß, dass das Zuhause weniger verlassen wird.

Die Technik und die Digitalisierung in ihrer rasanten Entwicklung vermitteln oft das Gefühl, „nicht mehr dazuzugehören“. Ältere Menschen haben häufiger Schwierigkeiten mit moderner Technik. Es fehlt teilweise der Zugang zu diesen neuen Kommunikationswegen. Auch das kann ausgrenzen und einsam machen. Und das hat direkten Einfluss auf die Gesundheit der betreffenden Menschen. Sowohl körperliche (z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen) als auch seelische (z. B. Depression). Fehlende Aktivitäten, erhöhtes Suchtrisiko können zudem ungesunde Begleiter werden.

Die demografische Entwicklung in unserer Gesellschaft, in Thüringen, auch in der Landgemeinde Grammetal, ist bekannt. Um ein aktives und selbstbestimmtes Leben im Alter für alle zu ermöglichen, müssen Maßnahmen bereitgestellt werden.

Mit AGATHE hat das Land Thüringen seit 2021 ein Projekt ins Leben gerufen, das Menschen ab 63 +, die allein leben, dabei unterstützen, aktiv am Leben teilzunehmen. Wir AGATHE Fachkräfte sind mobil unterwegs. Wir treffen die Menschen dort, wo sie am meisten sind – zu Hause. Wir hören zu, beraten und vermitteln Angebote. Wesentlich dabei ist die Aktivierung der Menschen selbst. Aus eigener Kraft am Leben in der Gemeinschaft teilzuhaben. Und damit die Lebensqualität jedes Einzelnen zu erhöhen.

Wir lernen auch die Menschen kennen, die schon lange engagierte Akteure im Netzwerk der Landgemeinde sind. Es sind sowohl Ehrenamtliche, wie Ortschaftsbürgermeister und Dorfkümmerer, es gibt Vereine und Gruppenangebote als auch professionelle Akteure, wie Pfarrer, Pflegedienste u. a.

Im Projekt AGATHE möchte ich, Claudia Nenninger, gemeinsam mit Ihnen und anderen Kooperationspartnern, z. B. ortsansässige Firmen, das vorhandene Netzwerk stärken und wo es nötig ist, ausbauen. Wir AGATHE Fachkräfte sind Brückenbauer und Wegbereiter. Die Angebote, bestehende und entstehende, werden sich an den Bedürfnissen der älteren Mitmenschen orientieren. Ihre Bedürfnisse und Wünsche zu erfahren, ist ein bedeutender Teil meiner AGATHE Arbeit. Mit diesem Wissen werde ich individuell beraten, unterstützen und vermitteln. Es wird bestimmt eine Anwärmphase geben. Es muss sich rumsprechen, wer die neue AGATHE ist. Und dass man mit ihr gut reden kann. Sie hört zu, hat Zeit für mich und meine Anliegen. Da passiert was. Ältere Mitmenschen sollen in einer generationsübergreifenden Gemeinschaft eine kräftigere Stimme erhalten. Und das Gefühl haben: „Ich bin wertvoll!“

Dabei zu helfen, das zu ermöglichen, ist mir eine Herzensangelegenheit. Ich freue mich auf eine wertvolle Zusammenarbeit im Grammetal!

AGATHE-Beraterin

Claudia Nenninger

 

 


Auf den folgenden Seiten finden Sie Informationen zum Thema Senioren.

Ergebnisse der Befragung „Generation 60plus“ im Kreis Weimarer Land

Seniorentreffen

Bechstedtstraß

jeden 1. Mittwoch des Monats ab 14:30 Uhr im Saalanbau der Gemeindeschänke Bechstedtstraß

jeden 3. Mittwoch im Monat ab 15:00 Uhr im Mehrzweckraum der Kita Lauenburg

jeden 2. Dienstag im Monat ab 14:00 Uhr in der Gaststätte „Zur Eintracht“ in Obernissa